Artikelrecherche: Vorurteile zum E-Learning (Teil 8): Online-Lernangebot müssen die Studierenden über längere Zeit beschäftigen

Die Produktion von Lernmaterialien – sei es offline oder online, erfordert auf Lehrendenseite häufig viel Aufwand. Egal ob es nun die Vortragsfolien für die Vorlesung sind, ein Skript oder die Zusammenstellung von Aktivitäten, Links und Dokumenten in Moodle – die didaktisch und inhaltlich durchdachte Erstellung dauert oft länger als das eigentliche Lernen mit diesem Material. Und auch auf Lernende wirken umfangreiche Lernmaterialien häufig erst einmal abschreckend, was mit ein Grund dafür sein dürfte, dass auch äußerst sorgfältig und durchdacht zusammengestellte Selbstlernangebote in vielen Fällen nicht so angenommen werden, wie es sich die Lehrenden gewünscht hätten.

Doch es geht auch anders!

Mit dem Konzept das Bite Sized Learning oder Microlearning bietet sich eine interessante Alternative zur aufwändigen Lernmaterialerstellung. Diesem Konzept liegt die Idee zugrunde, das Lernmaterial auf einen Aspekt, eine Information, ein Lernziel zu beschränken. Mit den traditionellen, ausführlichen Lernmaterialien werden häufig mehrere Ziele verfolgt. Sie beginnen mit einer Einleitung und Einführung in das Thema und beleuchten es von mehreren Seiten. Beim Microlearning entfällt diese Lernmaterialdramaturgie, wie auch Michael Kerres in seinem Aufsatz Opens external link in new windowMicro Learning As A Challenge For Instructional Design ausführt. Stattdessen wird beim Microlearning nur eine einzelne Information präsentiert. Die entstehenden Lerneinheiten werden dadurch sehr überschaubar und auch der Aufwand für die Erstellung hält sich – im Vergleich zu einem großen und umfassenden Lernangebot – in Grenzen. Die Vorteile des Microlearning finden Sie in dieser Grafik von der Seite elearninginfographics.com sehr anschaulich aufbereitet:

Natürlich braucht Lernen (und auch Lehren) Zeit! Es wird wohl kaum möglich sein, nur noch ein paar wenige Microlearningangebote zu machen und so in wenigen Minuten das zu lernen, was sonst nur in Stunden erarbeitet werden kann. Aber aus unserer Sicht macht das Microlearningkonzept gerade im E-Learning dennoch Sinn: Eine kurze, knackige Lerneinheit zu entwickeln ist deutlich weniger aufwändig und lässt sich deshalb auch im vollgepackten Dozierendenalltag eher mal realisieren. Picken Sie sich z.B. speziell Aspekte heraus, mit denen die Studierenden erfahrungsgemäß Schwierigkeiten haben – z.B. einen Beweis, der schwer nachvollziehbar ist, wenn man ihn nur auf dem Papier sieht, eine Theorie oder auch nur ein Aspekt einer Theorie, der oft missverstanden wird, ein Anwendungsbeispiel, für das in der Vorlesung Zeit oder Möglichkeiten fehlen… Bestimmt fällt Ihnen auch etwas ein, das sich gut in ein Microlearning-Angebot verpacken lässt, mit dem Sie Ihre Lehre online anreichern und abwechslungsreich und interessant gestalten können. Bei der Umsetzung unterstützt Sie das Opens window for sending emailZentrum für E-Learning natürlich gerne!

Foto: Häppchen von Mario Spann; CC BY-SA 2.0 [Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/sen_meister/4232444347/]

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