eLearning Kosten: Was kostet ein Lerninhalt?

eLearning Kosten: Was kostet ein Lerninhalt?

Häufig werde ich in Beratungsgesprächen zu den eLearning Kosten gefragt, was Lerninhalte heute typischerweise Kosten dürfen.

Hierauf gibt es nach wie vor keine einfache Antwort. Nichtsdestotrotz lassen sich die Parameter, die für den Preis eines Inhalts verantwortlich sind, klar benennen.

Insgesamt beginnt die Bandbreite für Lerninhalte (ohne aktive Lernbegleitung durch einen Trainer oder Tutor)  bei circa 5,- € und endet bei circa 1.000,- €. Die folgenden Parameter helfen, den tatsächlichen Preis eines Lerninhalts besser einschätzen zu können.

Die wichtigsten Parameter zur Preisbestimmung

Der offensichtlichste Parameter ist die Lerndauer, also der Umfang des Lerninhalts. Je länger gelernt werden kann, desto teurer wird das Produkt.

Die Dauer beginnt mit den Learning Nuggets zwischen zwei und acht Minuten Punkt häufig findet man Lerninhalte die zwischen 30 und 60 Minuten dauern. Umfangreiche Lerninhalte können mehrere Stunden dauern. Einige komplexe Kurse, meist zur Vorbereitung auf einen Abschluss, können mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen.

Ein weiterer Parameter, der den Preis des Lerninhalts bestimmt, ist die mediale Aufbereitung. Reine Text + Bild Inhalte sind günstiger als aufwendige Videokurse im Studio oder mit Schauspielern. Einfache  Präsentationsseiten kosten weniger als sehr interaktive Lernsequenzen oder gar Game-Based Learnings.

Der dritte Parameter bezieht sich auf den Preis der herkömmlichen Trainings: Je teurer ein klassische Training zu einem Thema ist, desto teurer ist auch das Online-Training. Prüfungsvorbereitungen oder Vorbereitungen auf Zertifikate sind meist teurer als einfache Alltagsinformationen oder Compliance-Trainings. Die Ausbildung zum Six Sigma Experten oder als PMI Projektmanager oder ITIL-Experte kostet ein Vielfaches im Vergleich zu einem normalen Datensicherheitstraining für alle Mitarbeiter.

Zwei weitere, schwerer einschätzbare Parameter, sind die Reichweite des Produkts sowie die Positionierung des Herstellers. Sehr weit verbreitete Inhalte mit einer hohen Nutzerfrequenz sind günstiger als selten genutzte Nischenprodukte.

Wenn ein Anbieter sich generell im Hochpreissegment positioniert, sind die Produkte ebenfalls teurer als bei einem Hersteller der den Massenmarkt adressieren will. Beide Punkte haben nichts mit den Kunden oder dem Produkt selbst zu tun sondern schlicht mit Marketing und Vertrieb. Dies sind damit aber auch die beiden Parameter auf deren Basis am Besten in Preisverhandlungen einsteigen kann.

Die wichtigsten Bezahlmodelle

Die Bezahlung der Lerninhalte kann in vier grundsätzliche Gruppen eingeteilt werden:

  • Mengenkauf
  • Flatrate
  • Abomodell.
  • Nutzungsabhängiges Modell

Mengenkauf

Das klassische Modell ist der Kauf einer bestimmten Menge von Lerninhalten mit hohen Rabatten. Je größer die Menge desto günstiger der Inhalt pro Lerner. Beginnend bei sehr hohen Einzelpreisen liegen die Kosten ab 1000 bis 5000 Stück nur noch bei circa 10 bis 30% des ursprünglichen Ausgangs-Preises.

Dieses Modell empfiehlt sich vor allem bei Kampagnen, Pflichttrainings und Arbeitsunterweisungen. Es wird dann günstig wenn eine sehr große Menge an Lernen eine feste Anzahl an Inhalten sicher abarbeiten und abschließen muss. Dies ist gleichzeitig auch der Bereich in dem großen Firmen bei einer Make-or-Buy-Analyse häufig für Make - also selbstentwickeln entscheiden.

Flatrate

Das Flatrate Modell stellt eine große Anzahl an Inhalten für eine gewisse Zeit einer festen Anzahl an Lernen zur Verfügung. Der Preis pro Lerner - gemessen an der Gesamtzahl der Mitarbeiter und Inhalte scheint zunächst gering.

Hier ist es jedoch wichtig, genau zu prüfen, wie viele Lerner realistischerweise diese Inhalte nutzen werden. Je mehr Nutzer tatsächlich diese Inhalte lernen und je mehr verschiedene Inhalte genutzt werden, desto interessanter wird das Preismodell.

Hier empfiehlt es sich, die Lernerzahlen der vorhergehenden beiden Jahren genauer zu analysieren: Wie viele Lerner gab es insgesamt? Wie viele Kurse/Inhalte pro Lerner wurden gelernt? Wie viele Gesamtlernstunden wurden angeboten und genutzt? Wie hoch wird der Anteil der Online Lerner in etwa sein und welche Inhalte werden voraussichtlich genutzt.

Mit dieser Kalkulationsbasis kann man gut in die Verhandlungen einsteigen.

Abomodell

In den letzten Jahren entstanden zusätzlich verschiedene Abomodelle für Lerninhalte. Gerade Kurse, Trainings oder Coachings, die über mehrere Monate gehen, bieten sich für diese Idee an. Sprachtrainings werden häufig mit diesem Modell angeboten, aber auch Führungskräfte Coachings oder längere Personalentwicklungsmaßnahmen.

Nutzungsabhängige Modelle

Auch vor der Weiterbildung machen Cloud-Modelle und SaaS Angebote nicht halt. Entsprechend gibt es verschiedene Angebote auf tatsächlicher Nutzungsbasis. Die Rabattstaffeln sind hier deutlich schlechter als bei den Mengenmodellen und der Preis pro Lerner auf den ersten Blick höher als bei Flatrates. Dafür wird aber sehr viel Flexibilität in der Nutzung gewonnen, da man nicht unbedingt große Kontingente vorab kaufen muss. Die Einrichtungs-/Implementierungskosten sind ebenfalls nur einmal zu bezahlen. Gleichzeitig kann aber Verbrauchsabhängig und damit auch Verbraucherabhängig über Kostenstellen etc. abgerechnet werden. Hier ist wichtig, vorab in etwa die Anzahl der Nutzer und Inhalte zu kennen. Bei vielen verschiedenen Inhalten für verschiedenste Nutzer ist diese Modell vorteilhaft. Bei Kampagnen verliert es den Kostenvorteil. Gegebenenfalls machen hier Mischmodelle mit Mengenkauf + Nutzungsabhängig Sinn.

Grundlagen zur Preisschätzung

Gehen Sie zunächst für den Preis eines Lerninhalts davon aus, das ein durchschnittlicher Lerninhalt aktuell circa 30 bis 60 Minuten dauert aus Text + Bild + Ton besteht und circa 40 bis 50 Euro als Einzelpreis kostet. Die Abnahme größerer Mengen (meist beginnend ab 50 Stück bis ca. 5.000 Stck) führt sehr schnell zu guten Rabattstaffeln.

Je nach medialer Aufbereitung und Länge erhöhen oder erniedrigen sich die Einzelpreise entsprechend.

Absehbar ist ebenfalls, dass der Wettbewerb im Contentbereich in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird da verstärkt nationale und internationale Anbieter mit ähnlichen Trainings die Marktführerschaft erreichen wollen. Der verstärkte Wettbewerb wird sich sicher zugunsten der Kunden auswirken.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Preisen, Bezahlmodellen und Rabattstaffeln gemacht? Ich freue mich auf Ihre Kommentare

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